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Fédération Cynologique Internationale
FCI – Standard Nr. 195 / 30.09.1992 / D
Volpino
(Volpino Italiano)
Ursprung: Italien / 27.11.1989
Verwendung: Wach- und Begleithund
FCI-Einteilung: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom
Urtyp)
Abt. 4 (europäische Spitze)
Ohne Arbeitsprüfung
Kurzer geschichtlicher Abriss
Er ist einer der Abkömmlinge jener europäischen
Spitze, die im Zentrum unseres Kontinents seit der Bronzezeit lebten
und deren fossile Skelette im Umkreis der Pfahlbausiedlungen zutage
gefördert wurden. So lässt sich der Volpino auf dieselben Vorfahren
wie der deutsche Spitz zurückführen , zu dem er nicht Abkömmling,
sondern Seitenlinie ist. Seit undenklichen Zeiten wurde er in
Italien gezüchtet und in den Palästen des Adels ebenso aufgezogen
wie in den Hütten der Wohnviertel des einfachen Volkes, wo man ihn
ganz besonders wegen seines Schutzinstinktes und seiner Wachsamkeit
schätzte. Er war der Hund Michelangelos und, im
18. Jahrhundert, unermüdlicher Begleiter der
toskanischen und latinischen Fuhrleute, jederzeit bereit, jeden
Fremden, den er auf seinem Wege antraf, lautstark zu vermelden.
Allgemeine Erscheinung
Kleinformatiger Spitz, sehr kompakt, harmonisch,
von langem und abstehendem Haar bedeckt.
Wichtige Proportionen
Quadratisch gebaut, die Kopflänge erreicht fast
4/10 der Rumpflänge.
Verhalten und Wesen
Seiner Umgebung und seinen Vertrauten gegenüber
sehr anhänglich, mit einem ausgeprägten Temperament, lebhaft,
fröhlich und ausgelassen.
Kopf
Pyramidenförmig, seine Länge erreicht beinahe
4/10 der Widerristhöhe.
Schädelregion:
Schädel
Seine Länge übersteigt die des Fangs (6,5 : 5),
seine Breite ist zwischen den Jochbeinbögen grösser als die halbe
Kopflänge (7,3 : 11,5); er ist ein wenig eiförmig, sowohl in Längs-
wie auch in Querrichtung; Stirnmittelfurche sehr wenig ausgeprägt,
Hinterhauptfortsatz wenig betont. Die oberen Begrenzungslinien von
Schädel und Fang sind leicht konvergent. Die Knochenvorsprünge der
Stirn fallen nahezu senkrecht auf den Ansatz des Nasenbeins und sind
gut ausgebildet.
Stop
Eher betont.
Gesichtsregion:
Nasenspiegel
Feucht, frisch, mit gut geöffneten Nasenlöchern.
Von der Seite besehen liegt er auf derselben Linie wie der
Nasenrücken und steht nicht über den Vorderrand der Lefzen vor.
Seine Farbe ist immer schwarz, sowohl bei Exemplaren mit weissem wie
auch bei solchen mit rotem Haarkleid.
Fang
In der Länge kürzer als der Schädel, mit
konvergenten Seitenflächen, spitz. Der Nasenrücken ist gerade. Von
der Seite besehen, wird der untere Rand des Fanges vom Unterkiefer
bestimmt.
Lefzen
Von vorne besehen bilden die oberen Lefzen mit
ihrem unteren Rand eine gerade Linie. Die Schleimhaut des
Lippenwinkels ist nicht sichtbar, demnach sind die Lefzen sehr kurz.
Die Lefzenränder sind schwarz pigmentiert.
Kiefer
Sie scheinen nicht sehr kräftig, sind normal
entwickelt und passen mit ihrem Vorderrand perfekt aufeinander. Die
Unterkieferäste sind gerade.
Zähne
Weiss, gleichmässig ausgerichtet, vollzählig und
vollkommen entwickelt. Scherenschluss, Zangenschluss wird toleriert
Augen
Gut geöffnet und von normaler Grösse drücken sie
Wachsamkeit und Lebhaftigkeit aus. Mit ihrer rundlichen Lidöffnung
liegen sie auf Ebenen, die nach hinten einen sehr offenen Winkel
bilden; die Augenlider schmiegen sich vollkommen der Form des
Augapfels an. Die Farbe der Iris ist ein dunkles Ocker; die
Lidränder sind schwarz pigmentiert.
Ohren
Kurz, von dreieckiger Form, aufrecht getragen;
sie besitzen einen steifen Knorpel und ihre Innenseite weist nach
vorn. Sie sind hoch angesetzt und stehen eng zusammen. Die Ohrlänge
erreicht ungefähr die Hälfte der Kopflänge.
Hals
Seine Länge entspricht ungefähr der des Kopfes.
Er wird immer hoch getragen. Die Haut liegt gut an.
Körper:
Rumpf
Quadratisch gebaut; gemessen zwischen
Brustbeinspitze und Sitzbeinhöcker entspricht seine Länge der
Widerristhöhe.
Obere Linie
Die Rückenlinie ist gerade, im Lendenbereich
leicht konvex.
Widerrist
Leicht aus der Rückenlinie hervortretend
Brust
Sie reicht bis zu den Ellbogen hinab; die Rippen
sind gut gewölbt. Der Brustbeinbereich ist lang.
Kruppe
Sie verlängert die Lendenlinie. Zwischen Hüfte
und Schwanzwurzel beträgt ihre Neigung zur Horizontalen 10°.
Untere Linie
Vom Brustbein zum Bauch steigt die untere Linie
kaum an. Die Einbuchtung an den Flanken ist wenig betont.
Rute
In der Verlängerung der Kruppe angesetzt wird sie
ständig auf dem Rücken gerollt getragen. Sie misst etwas weniger als
die Widerristhöhe.
Gliedmassen:
Vordere Gliedmassen
Insgesamt betrachtet senkrecht zueinander und
bezüglich der Medianebene des Körpers völlig parallel gestellt.
Schulter
Ihre Länge entspricht 1/4 der Widerristhöhe und
ihre Neigung zur Horizontalen beträgt 60°.
Oberarm
Er ist länger als die Schulter und seine Neigung
zur Horizontalen beträgt 60°. Er verläuft annähernd parallel zur
Medianebene des Körpers.
Unterarm
Gerade und senkrecht gestellt, von leichtem
Knochenbau. Der Abstand vom Boden bis zu den Ellenbogen ist etwas
grösser als die halbe Widerristhöhe.
Ellbogen
Sie sind zur Medianebene des Körpers parallel.
Fusswurzel und Vordermittelfuss
Von vorne besehen verlängern sie die vertikale
Linie des Unterarms. Von der Seite besehen sind sie etwas
abgewinkelt.
Vorderpfote
Sie ist oval mit gut geschlossenen Zehen. Die
Sohlen- und Zehenballen sind, wie die Krallen, schwarz.
Hintere Gliedmassen
Von hinten betrachtet müssen sie vom
Sitzbeinhöcker bis zum Boden vollkommen vertikal und zueinander
parallel stehen.
Oberschenkel
Seine Länge entspricht 1/3 der Widerristhöhe;
er ist zur Medianebene des Körpers vollkommen parallel.
Unterschenkel
Er ist etwas weniger lang als der Oberschenkel,
von leichtem Knochenbau und zur Horizontalen um 55° bis 60° geneigt.
Sprunggelenk
Der Abstand zwischen Fersenbeinhöcker und Boden
misst etwas mehr als 1/4 der Widerristhöhe.
Hintermittelfuss
Er steht vollkommen senkrecht und parallel,
sowohl von hinten wie auch von der Seite betrachtet.
Hinterpfote
Oval wie die Vorderpfote und von gleicher
Beschaffenheit wie diese.
Gangarten
Weder im Trab noch im Galopp kurz-hüpfend. In
jeder Gangart sind die Bewegungen raumgreifend.
Haut
Überall anliegend und straff, ohne jede
Schlaffheit.
Haarkleid:
Beschaffenheit
Haar dicht, sehr lang, aussergewöhnlich gerade
und abstehend. Es ist von einer rauen Textur in Form steifer Haare;
es darf nie herabfallen; selbst wenn es nicht sehr dicht ist, muss
es dennoch abstehen.
Der Rumpf scheint wie von einem Muff umhüllt,
namentlich am Hals, wo das Haar einen reichen Kragen bildet. Der
Kopf ist mit halblangem Haar bedeckt, das den Ohransatz versteckt;
auf dem Fang ist das Haar kurz. Auf den Ohren ist das Haar sehr fein
und kurz. Die Rute ist mit sehr langem Haar besetzt. An den hinteren
Rändern der Gliedmassen bildet es Fransen.
Haarfarbe
a)
einfarbig weiss
b)
einfarbig rot
c)
champagnerfarben zulässig, aber nicht
erwünscht.
Auf den Ohren toleriert man blassorangefarbene
Nuancen, was jedoch als Fehler gewertet wird.
Widerristhöhe
von 27 bis 30 cm für Rüden
von 25 bis 28 cm für Hündinnen
Fehler
Jede Abweichung von vorstehender Beschreibung
stellt einen Fehler dar, der bei der Formwertbeurteilung je nach
Schwere und Ausdehnung zu strafen ist.
Ausschliessende Fehler
Nasenspiegel von anderer als schwarzer Farbe;
Wechselauge; konvexer Nasenrücken; Rute zwischen den hinteren
Gliedmassen hängend; Grösse um mehr als 3 cm über oder unter den im
Standard angegebenen Werten.
Disqualifizierende Fehler
Rückbiss; Divergenz der Begrenzungslinien von
Schädel und Fang; völliger Pigmentmangel an Nasenspiegel oder
Lidrändern; vollständig hängendes Ohr; Schwanzlosigkeit oder
Stummelschwänzigkeit, gleich ob angeboren oder erworben; Jede andere
Farbe als Weiss, Rot oder die nicht gesuchte Champagnerfarbe; rote
Flecken auf weissem Grund, weisse oder schwarze Flecken auf rotem
Grund.
N.B. Rüden müssen
zwei augenscheinlich normal entwickelte und völlig ins Skrotum
abgestiegene Hoden aufweisen.
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